Aktivkohle: Der Filter für den Körper?

Aktivkohle: Der Filter für den Körper?

Man mag glauben die Aktivkohle ist gerade neu entdeckt worden. Seit einigen Monaten ist die Aktivkohle nahezu überall zu finden. Egal ob in der Zahnpasta, Beauty Produkten, Zigarettenfilter und sogar in Speisen und Getränken. Der Aktivkohle-Trend befindet sich auf dem Höhepunkt!

(Anzeige)


Von MydriaticEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Erst einmal, was ist überhaupt die Aktivkohle?

Bei der Aktivkohle handelt es sich um porösen Kohlenstoff mit einer großen ausgeprägten inneren Oberfläche. Diese ermöglicht es, kleine Partikel (z.B. Giftpartikel) zu binden. Mit der Van-Der-Waals Kraft zwischen den Giftpartikeln und der Aktivkohle-Partikel, ist somit eine Entgiftung möglich. Diese Eigenschaft macht man sich häufig in der Medizin und der Chemie nützlich. So nimmt man bei einer Vergiftung im Magen-Darm-Trakt Aktivkohle ein.

Doch wie sieht es mit der Wirkung von Aktivkohle in z.B. den Lebensmitteln und den Nahrungsergänzungsmitteln aus?

Häufig mischt man Aktivkohle in Lebensmittel ein, um dem Lebensmittel eine dunkle Farbe zu verleihen.

Viele Leute denken, dass die antibakterielle und entgiftende Wirkung von Aktivkohle gut für den Körper ist. Es stimmt, dass Aktivkohle den Körper entgiftet. Jedoch wirken die Van-Der-Waals-Kräfte nicht nur zwischen den Kohle-Partikel und den Gift-Partikeln, sondern auch zwischen den Kohle-Partikel und Nährstoffen und Vitaminen. Bei einer zu häufigen Einnahme, kann es zu einem Vitaminmangel kommen.

Aus diesen Gründen würde ich von einer regelmäßigen Einnahme, Ausserhalb der akuten Gift-Behandlung, abraten.

Die Verwendung in Zigarettenfiltern.

Einen interessanten Verwendungszweck der Aktivkohle besteht bei den Filtern von Zigaretten. Diese bestehen normalerweise aus dem Stoff “Celluloseacetat”. Dieser Filtert die Nanopartikel und die Giftstoffe nur wenig aus dem Aerosol (Rauch) der Zigarette. Abhilfe könnten Zigarettenfilter mit Aktivkohle bieten. Zwar habe ich noch keine Studien zu diesem Thema gefunden, jedoch denke ich dass Aktivkohle tatsächlich die Rate der Nanopartikel stark senken könnte. Da ich selber kein Raucher bin kann ich jedoch nicht über die Funktionalität dieser Filter berichten. In der Industrie wird Aktivkohle in großen Mengen verwendet, um Nanopartikel bei Verbrennungen herauszufiltern.

Die Verwendung in Kosmetika.

Ja, hier kommen wir zu einem Thema, welches für viele interessant ist. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine mir bekannten Studien, welche die Wirksamkeit der Aktivkohle bei z.B. der Gesichtspflege bestätigen. Es bedarf meiner Meinung nach eine starke Reibung, um Schmutz-Partikel von der Haut mit der Kohle zu entfernen. Meines Erachtens nach ist das Verwenden einer Aktivkohle-Maske demnach nicht zielführend.

Anders sieht es bei Zahnpasta mit Aktivkohle aus! Man geht davon aus, dass die Partikel der Aktivkohle beim Putzen der Zähne, die Zähne “anschleift”. Dadurch könnte ein aufhellen der Zähne entstehen. Doch Vorsicht: Viele Zahnärzte behaupten, dass die Partikel in der Zahnpasta das Zahnfleisch und den Zahnschmelz reizt, oder gar zerstört. Auf eine tägliche Anwendung, über einen langen Zeitraum sollte man daher verzichten.

Doch jetzt mal ehrlich, brauchen wir eigentlich ein Entgiftungsmittel?

Nein, solltest du nicht unter eine Leber– oder Nierenschwäche leiden, benötigst du keine Entgiftungsmittel. Für die Entgiftung sind deine Nieren und deine Leber zuständig, lass ihnen also bitte auch ihren Job! Solltest du also nicht an einer Vergiftung oder Diarrhoe leiden, verzichte auf die Einnahme von Aktivkohle.

 Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und drücken Sie dann Strg + Eingabetaste.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Fehlerbericht

Der folgende Text wird anonym an den Autor des Artikels gesendet: