Der globale Klimastreik: Meine Eindrücke und die Meinungen der Demonstranten.

Der globale Klimastreik: Meine Eindrücke und die Meinungen der Demonstranten.

Heute fand der „Globale Klimastreik“ statt. Ich war anwesend und berichte nun über meine und die Meinungen anderen Demonstranten.

(Anzeige)

20.09.19, 12 Uhr, Berlin, Brandenburgertor.

Als wir kurz vor 12 Uhr am Brandenburgertor eintrafen, war der Platz bereits sehr gut gefüllt. Im Laufe der Veranstaltung wurde es noch viel voller. Schnell fiel mir auf, dass meine Mit-Demonstrierenden unterschiedliche Alter und Herkünfte haben. Die Fridays For Future Demos waren bekanntlich mehr von Jugendlichen besucht, heute waren aber alle Altersklassen nahezu gleich vertreten. Rentner mit Rollatoren, Jugendliche, Personen die sich wahrscheinlich gerade in der Midlife-Crisis befinden, Kleinkinder mit Schnuller und Plakaten, eben alle die etwas zu sagen haben. Um kurz nach 13 Uhr begann der Umzug. Ca. 270.000 Menschen zogen durch die Straßen und riefen ihre Parolen. Ich verließ die Veranstaltung, da ich mich bei solchen Menschenmassen nicht wohl fühle. Als ich am Bahnhof Potsdamer Platz ankam, nutzte ich die Zeit während ich auf die S-Bahn wartete und unterhielt mich mit ein paar Personen. Aus dem Gespräch wurde ein kleines Interview, welches ich nun von meinem Diktiergerät abtippe.

Hier nun die kurzen Gespräche:


Interview mit einer 68 Jährigen Frau:

Ich: Hallo, erst einmal vielen Dank dass Sie sich kurz Zeit für das Interview nehmen.

Sie: Gerne, die Bahn fällt ja eh aus.

Ich: Meine erste Frage ist: „Was hat Sie dazu gebracht auf diese Demo zu gehen?“.

Sie: Ich habe seit längerer Zeit die Fridays for Future Demos verfolgt, vor kurzem gab mir eine Bekannte, von meinem Mann, ein Zettel von dieser Veranstaltung. Zum Anfang dachte ich es wäre vor allem eine Veranstaltung für Jugendliche. Nachdem ich allerdings im Internet kurz darüber gelesen habe, gab ich mir einen Ruck und nun stehe ich hier. (Sie lächelte und zeigte auf die andere Demonstranten am Bahnsteig).

Ich: Also Ihre erste Umweltdemo?

Sie: Nein, ich habe schon damals gegen die Atomkraft demonstriert, aber im Vergleich zu dieser Demo war sie noch viel überschaubarer und kleiner.

Ich: Dies liegt wahrscheinlich an den Social Medias.

Sie: An was?

Ich: Facebook, Twitter, etc.

Sie: Achso, ja klar. Durch das Internet können sich die Leute ja besser Absprechen.

Ich: Was halten Sie denn eigentlich von der Einführung von der CO2-Steuer?

Sie: Ich finde die als Schwachsinnig. Als ich noch gearbeitet habe, musste ich täglich von Berlin nach Brandenburg rausfahren. Wenn ich mit den Öffentlichen fahren müsste, hätte ich ca. doppelt solange gebraucht. Ein Auto ist zwar nicht immer notwendig aber für viele essentiell.

Ich: Haben Sie vor regelmäßig sich der Fridays for Future Bewegung anzuschließen oder war das jetzt für Sie eine einmalige Veranstaltung.

Sie: Also wöchentlich werde ich hier nicht hingehen, aber wenn größere Demos wie diese hier anstehen, werde ich sicherlich zu diesen gehen.

Ich: Okay, vielen dank für Ihre Zeit und kommen Sie gut nach Hause.

Sie: Sehr gerne, Sie auch.


Interview mit einem Schüler:

Ich: Hi, danke dass du dir kurz Zeit nimmst für das Interview.

Er: Kein Ding.

Ich: Was hat dich dazu gebracht, diese Demo zu besuchen?

Er: Zeichnest du das hier auf?

Ich: Ja, ich zeichne das Gespräch auf und tippe es dann für meinen Blogbeitrag ab.

Er: Ähm, veröffentlichst du die Aufnahmen dann oder nicht?

Ich: Nein Nein, keine Sorge. Ich brauche sie nur um das Gesagte abzutippen. Danach werden die Aufnahmen überspielt. Kannst also ganz offen mit mir reden.

Er: Alles klar, wie war jetzt diene Frage?

Ich: Ähm, warum hast du diese Demo Besucht?

Er: Ganz ehrlich, Ich gehe fast jede Woche auf die Fridays for Future da die Stimmung hier cool ist und ich gerne mit meinen Freunden hier her gehe.

Ich: Viele sagen dass die Schüler nur auf die Demo gehen um nicht zur Schule zu müssen.

Er: Klar, ist doch geiler auf ne Demo zu gehen anstelle in der Schule zu hocken.

Ich: Würdest du denn auch auf die Demo gehen wenn sie am Wochenende oder in den Ferien stattfinden?

Er: Nö, eigentlich nicht.

Ich: Wow, das ist ja mal ne ehrliche Antwort. (Ich lache)

Er: Na du doch auch, oder?

Ich: Nein, ich bin mit meiner Ausbildung hier. Die Idee kam von meiner Abteilungsleiterin selbst.

Er: Das sollte meine Schule auch mal machen.

Ich: Okay ich glaube das war’s mit meinen Fragen. Danke dass du dir kurz die Zeit genommen hast.

Er: Kein Problem.


Interview mit einer Frau mit Kind:

Ich: Also wie gerade besprochen würde ich dir kurz ein paar Fragen zu der heutigen Demo stellen.

Sie: Klar, fang an.

Ich: Besuchst du diese Demo regelmäßig?

Sie: Jap. Wir besuchen die FfF’s jeden Freitag. Ich bequatsche und chatte nahezu täglich mit anderen Mitstreitern und wir verabreden uns auch häufig außerhalb der FfF’s.

Ich: Du hast ja vorhin ein Schild mit dem Slogan „CO2-Steuer einführen“ hochgehalten. Ich habe vorhin mit einer Dame mich unterhalten, die die CO2-Steuer als nicht zielführend hielt. Was meinst du dazu?

Sie: Die CO2-Steuer ist der einzige Weg dafür zu sorgen, dass die Leute nicht mehr Autos und Flugzeuge benutzen.

Ich: Meinst du nicht aber auch, das diese Sanktion eigentlich nur den ganz normalen Arbeitern das Geld aus der Tasche ziehen?

Sie: In Berlin brauchst du kein Auto. Ich selber fahre nur mit den öffentlichen Verkehrsmittel. Jemand der ein Auto hat, kann sich ja wohl auch diese Steuer leisten

Ich: Und was ist mit den Wochenendseinkäufen?

Sie: Auch diese transportiere ich und meine Familie mit dem Bus.

Ich: Was machst du und deine Familie sonst noch für den Schutz des Klimas?

Sie: Wir versuchen so wenig Müll wie möglich zu Produzieren. Es gibt mittlerweile schon ein paar Bio-Läden wo man sich die Lebensmittel selber abfüllen und einpacken kann. Das finde ich eine sehr gute Idee.

Ich: Was meinst du muss geändert werden um den Klimawandel aufzuhalten?

Sie: Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Es müssen Weltweite Gesetze geben um den Klimawandel zu stoppen. Erst wenn auch China und Co. mitziehen können wir unseren Kinder und Enkelkinder eine schöne Welt hinterlassen.

Ich: Derzeit sind die E-Autos streng in der Kritik. Was hältst du davon?

Sie: Wenn man sich schon ein Auto kauft, dann sollte man zu einem E-Auto greifen. Ich bin der Meinung das Benziner- und Dieselautos verboten bzw. abgeschafft werden sollte.

Ich: Das sind aber ziemlich harte Schritte, meinst du nicht auch?

Sie: Naja, alles andere bringt ja nichts.

Ich: Okay das wär’s auch schon wieder. Danke dir für deine Zeit.

Sie: Klar, sehr gerne.


Das Interview hat sich als sehr interessant herausgestellt. Auch wenn alle Demonstranten unterschiedliche Meinungen zu den einzelnen Themen haben, haben Sie eines gemeinsam. Sie setzen sich gegen den Klimawandel ein.

 Wenn Sie einen Rechtschreibfehler gefunden haben, benachrichtigen Sie uns bitte, indem Sie den Text auswählen und drücken Sie dann Strg + Eingabetaste.

Das könnte Dich auch interessieren …

2 Antworten

  1. Nico sagt:

    Der Frau mit dem Kind stimme ich nicht zu, wenn jeder in Berlin lebende Autofahrer ab sofort nur noch die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen würden wären diese absolut überlaufen. Mich ärgern solche Aussagen weil sie selbst kein Auto hat und somit die Steuer für sie nicht relevant ist. Ich bin mir sicher das die Mutter mit ihrem Kind anders reden würde wenn sie auf das befördrungsmittel „Automobil“ angewiesen wäre. Dummes Lamm folgt dem Herdentrieb, lächerlich. Die anderen Interviews waren gut!

    • Timo Lehmann sagt:

      Sehe ich genauso. Ich bin ja mal gespannt wie die Lage aussehen wird, wenn das 365€ Jahresticket eingeführt werden sollte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Fehlerbericht

Der folgende Text wird anonym an den Autor des Artikels gesendet: