Glyphosat: Wundermittel auf dem Acker oder Krebsauslöser?

Glyphosat: Wundermittel auf dem Acker oder Krebsauslöser?

Es gibt kaum ein Thema, welches so heiß diskutiert wird wie dieses. Die Rede ist von dem Unkrautvernichter Glyphosat.

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Doch was ist Glyphosat und wie wirkt es?

Bei Glyphosat handelt es sich um ein Herbizid (Unkrautvernichter). Es ist eine chemischeGlyphosat: Wundermittel auf dem Acker oder Krebsauslöser? Verbindung aus der Gruppe der Phosphonate. Im Grunde genommen ist die Wirkung des Stoffes relativ einfach zu verstehen. Die Struktur von Glyphosat ähnelt dem Stoff Phosphoenolpyruvat. Aufgrund dieser Ähnlichkeit bindet das Glyphosat an die Enzyme, an denen sich ursprünglich das Phosphoenolpyruvat bindet. Durch das Blockieren der Enzyme kolabiert der Stoffwechsel der Pflanze und sie stirbt schlußendlich ab. Glyphosat bewies sich in Laufe der Jahre als ein ideales Herbizid, da es nahezu universell bei der Landwirtschaft eingesetzt werden kann.

Doch wie sieht es nun für die Auswirkungen auf die Menschen aus?

Da wir Menschen dieses Stoffwechselsystem nicht besitzen, ist der Herbizid verhältnismäßig ungiftig! Dies bedeutet natürlich nicht, das wir den Unkrautvernichter trinken dürfen. Wie es bei allen so ist: „Die Dosis macht das Gift“ und im Fall des Glyphosat ist die Dosis vergleichsweise hoch.

Doch warum sind dennoch viele Menschen gegen den Einsatz des Unkrautsvernichters?

Die Panik und Angst lässt sich vor allem auf das Ergebnis der Studien der IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) zurückführen. Dessen Ergebnis war, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend sei. Es gab bereits davor viele Studien, welche auf die Ungiftigkeit von dem Herbizid hinwiesen.

Durch die unterschiedlichen Schlussfolgerungen entstanden viele Gerüchte und Ängste. Es gibt viele Studien zu dem Herbiziden, einige unabhängige, einige von den Herstellern in Auftrag gegeben.

Die wohl bekanntesten Gutachten sind von der IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung) und der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit). Beide Gutachten kamen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Wie oben bereits erwähnt, kam die IARC zur Folgerung, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist. Die EFSA vertritt gegenüber die Meinung, dass keine Krebsgefahr von Glyphosat ausgeht.

Hier die beiden Gutachten:

EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit).

IARC (Internationale Agentur für Krebsforschung).

Doch wie kann es sein, das beide Gutachter auf unterschiedliche Ergebnisse kam?

Dafür kann es mehrere Gründe geben:

  • Unterschiedliche herangezogene Studien: Die IARC hat für ihr Gutachten lediglich öffentliche Studien verwendet, während die EFSA auch nicht-öffentliche Studien zum Gutachten herangezogen hat. Bei nicht-öffentlichen Studien sind häufig, von der Industrie beauftragten Studien mit eingeschlossen. Einige würden sagen, dass dadurch die Ergebnisse verfälscht wären. Im Fall der Glyphosat-Gutachten würde ich dies jedoch nicht bestätigen. Viele Studien helfen den Gutachtern ein signifikantes Ergebnis zu liefern.
  • Unterschiedliche Studienarten: Ich möchte euch jetzt die unterschiedlichen Studienarten ersparen, da sonst der Beitrag viel zu lange werden würde. Die beiden Gutachter hatten verschiedene Herangehensweisen bei den Studien. Daher können verschiedene Ergebnisse bei den Gutachten entstehen.
  • Die Statistische Signifikanz: Eine typische Frage, die man sich in der Forschung stellt ist: „Wie aussagekräftig sind die Ergebnisse?“. Daher ist es essentiell viele, vergleichbare Ergebnisse zu liefern. In dem Fall von Glyphosat gab es eine Tierstudie, welche für starke Kontroverse sorgte. Hierbei erstellte man eine Statistik welche die Tumorrate bei Labormäusen mit Zugaben von Glyphosat aufwies. Bei einer niedrigen und mittleren Zugabe von Glyphosat im Futter konnte man bei vielen Versuchsreihen keine signifikante Tumorrate im Vergleich der Kontrollgruppe feststellen. Lediglich bei einer starken Zugabe von dem Herbizid, sah man einen starken Anstieg der Tumorrate. Viele deuteten dieses Ergebnis als einen eindeutigen Beweis für die Giftigkeit und die cancerogene Eigenschaft von Glyphosat. Das diese die „normale“ Dosis des Stoffes um längen übersteigt wurde von den Kritikern häufig ignoriert. Solch ein Ergebnis hätte man bei vielen anderen Stoffen, welche als ungefährlich gelten, auch feststellen können.

Insgesamt lässt sich sagen, das beide Gutachten rein Wissenschaftlich korrekt sind. In der Forschung gibt es viele Herangehensweisen welche unter Umständen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Ein richtig oder falsch gibt es nicht, solange die Wissenschaftlichennormen und Methoden eingehalten werden.

Ist Glyphosat nun giftig oder nicht?

Die meisten Studien welche ich während meiner Recherche gelesen habe kommen zu dem Ergebnis, dass Glyphosat keine schädlichen Auswirkungen auf den Menschen hat. Es gibt Verordnungen die Regeln, wieviel Glyphosat in Nahrung und dem Trinkwasser vorhanden sein darf. Dies regelt zum Beispiel „Die deutsche Trinkwasserverordnung“. Daher ist eine zu starke Dosis unwahrscheinlich.

Ich denke, das Glyphosat trotz aller Kritik eine sichere Art der Unkrautvernichtung ist. Dennoch sollte man natürlich weiterhin Forschung mit der chemischen Verbindung treiben, um eine Sicherheit zu gewährleisten.

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